Das Recht von Kindern, sich frei in ihrer unmittelbaren Umgebung zu bewegen - und wie es innerhalb eines Jahrhunderts nahezu verschwand. Vier Generationen einer Familie und ihre Aktionsradien, illustriert.
Im Jahr 1920: Vergilbtes Schwarzweiß-Foto von spielenden Kindern auf Heuwagen. Junge läuft mit Spitz zum Angeln. Digitale Illustration.

Gespielt wird mit dem, was da ist: Fangen rund um den Heuwagen. Und:
Zu Fuß zum liebsten Angelplatz: 10 Kilometer sind nichts! Unterwegs als Achtjähriger im Jahr 1920.

Noch vor Hundert Jahren war es gang und gäbe, dass Kinder sich frei und ohne Aufsicht überall hin bewegen konnten, wohin ihre Füße sie trugen. Innerhalb weniger Jahrzehnte schrumpfte dieser Aktionsradius zusehens. Kinder werden zur Schule gefahren. Die meiste wache Zeit ist verplant. Und die Zeit, die übrig bleibt, verbringen sie vor Bildschirmen. Ist es sicherer, so aufzuwachsen?
Im Jahr 1953: Vergilbtes Schwarzweiß-Foto zeigt Kinder, die sich Waldhütte bauen. Kindergruppe speilt Klicker mit Murmeln. Digitale Illustration.

Auch im Jahr 1953 ist Spielzeug eine Seltenheit. Eine Waldhütte wie diese bauten sich Kinder seit Menschengedenken. Und:
Das Spiel mit Murmeln nach verschiedenen Regeln war Jahrzehntelang der Hit.

Die Idee zu diesem kleinen Projekt kam mir, als ich auf einen älteren Artikel stieß über vier Generationen einer Familie und die Angewohnheiten, sich draußen frei zu bewegen im Alter von jeweils acht Jahren. Die Eltern des Jungen der ältesten Generation konnten sich weder Auto noch öffentliche Verkehrsmittel oder gar ein Fahrrad leisten. Das hielt den Jungen nicht davon ab, zu Fuß zu seinem liebsten Angelplatz zu wandern, der sich sechs Meilen von seinem Zuhause entfernt befand. Drei Generationen später darf das jüngste Familienmitglied noch gerade ans Ende der Staße in ihrer Vorstadt gehen. Selbst wenn er das einmal tut, findet er keine Kinder zum Spielen draußen, mit denen er spielen könnte.
Im Jahr 1986: Vergilbtes Schwarzweiß-Foto zeigt Mädchen auf Spielplatz in Plattenbau-Siedlung. Mädchen fährt mit voll beladenem Fahrrad zum Schwimmbad. Digitale Illustration.

Draußen sein und Kinder treffen. Irgendwer ist immer da. Und:
Im Jahr 1986 Guckt noch niemand komisch, wenn ein Kind alleine mit dem Rad zum Baggersee fährt.

Ursprünglich wollte ich diese vier Genrationen der Familie aus dem Artikel darstellen und Szenen aus ihrem Alltag zeichnen, in denen sie ohne Aufsicht unterwegs waren. Leider gab es nicht ausreichend Informationen über die vier Kinder. Um ihre Umstände nicht falsch zu interpetieren, entschied ich, vier neue Kinder zu erfinden. Ich verteilte sie über die Geschcihte des vergangenen Jahrhunderts, beginnend im Jahr 1920 und in Sprüngen von 33 Jahren kam ich im Heute an. Die fetigen Illustrationen packte ich auf eine ebenfalls erfundene Zeitschrift-Doppelseite zusasmmen mit einer fiktiven Karte, in der ihre Aktionsradien eingetragen sind.
Im Jahr 2019: Foto auf dem Smatphone zeigt Kinder auf einer Treppe mit Handys. Junge läuft mit Smartphone in der Hand.

Soziale Interaktion rund um den Bildschirm. Und:
Der Weg zur Bushaltestelle darf ohne Aufsicht gegangen werden.

Zeitschrift-Doppelseite mit Landkarte, auf der Aktionsradien von Kindern aus vier Generationen zu sehen ist.

So könnte die Story in einer Zeitschrift aussehen. Charaktere, Karte und Inhalt fiktiv.

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